Es war die Reise wert

Erik Scharf, 23.06.2011

Es war die Reise wert

Zum zweiten Mal hatten wir die Ehre uns für ein Wochenende dem Alltag des deutschen Juniorenfußball zu entledigen und die große weite Welt zu erkunden. Wie schon im Vorjahr wurden wir vom FC Seclin (Seclin ist Partnerstadt von Apolda) eingeladen am U13-Turnier des Vereins teilzunehmen. Da ließen wir uns natürlich nicht zweimal bitten.

So standen am Freitag 8 Uhr vierzehn hibbelige, sonst so coole, Jungs am Busbahnhof in Apolda. Zirka 11 Stunden später erreichten wir unsere Unterkunft. Busfahrer Thomas brachte uns nicht nur sicher ans Ziel sondern sorgte auch musikalisch für beste Unterhaltung. Nach der angenhemen Fahrt wurden wir gleich von Turnierleiter Stéphane begrüßt und zum Club House geleitet, wo ein kaltes Buffet auf die Jungs und Bürgermeister, Landrat, Vereinspräsident und sämtliche andere Funktionäre des Vereins auf Trainer und Betreuer (Aziz und Katrin) wartete. Den Abend ließen die Jungs dann selbständig auf ihren Zimmern ausklingen. Zu den weiteren Einzelheiten wird hier strikt geschwiegen.

Am nächsten Morgen trafen wir uns vor dem Frühstück zum lockern Jogging im Gewerbepark, um die Busfahrt aus den Beinen zu schütteln. Nach dem anschließenden Frühstück war das Einkaufszentrum 200 m per Fuß entfernt an der Reihe.
Um 11.30 Uhr ging es dann auf in Richtung Stade Henri Jooris. Der erste Tag sollte sportlich jedoch ein totales Fiasko werden. Zwar waren die Unterschiede in der Spieldurchführung hinreichend bekannt (Abseitslinie, ein Mann mehr auf dem Feld, 4er-Ball) jedoch sollte dies nur bedingt ein Grund für die Leistung sein. Eine große unbekannte waren natürlich die Fähigkeiten unserer Gegner. So stand man nicht wissend in den beiden ersten Spielen den unangefochtenen Spitzenteams der Groupe A gegenüber. Allerdings hätten die 1:3-Niederlagen gegen Seclin I und Douai durchaus vermieden werden können.
Seclin I, laut eigener Aussage auf einem Niveau mit den Jugendauswahlen des OSC Lille (fränzösischer Meister; quasi Borussia Dortmund in Frankreich), kaufte uns früh durch physisch betontes Spiel den Schneid ab. Keiner konnte gegen halten, geschweige denn sich mit Offensivaktionen wehren. Erst als es bereits 0:3 begünstigt durch individuelle Leichtsinnsfehler stand, nutzen wir unsere einzige Torchance durch Leon Möllers nach Zuspiel von Darius Fauer zum Tor.
Das zweite Spiel begann zwar positiv, doch immer noch hatten unsere Jungs zu kämpfen um Zugang zu der intensiven Spielweise der Einheimischen zu finden.
Zwar führte man mit 1:0 durch Tim, ließ aber wieder den Gegner großzügig mit eigenen Fehlern nach Lust und Laune Tore schießen. Erneut 1:3.
Im dritten Spiel rauften sich dann alle zusammen und nahmen den Kampf endlich an. Zwar geriet man durch einen Sonntagsschuss unglücklich in Rückstand, kämpfte nun aber um jeden Grashalm. So wurde man in der Schlussminute mit einem Strafstoß belohnt, nachdem Leon Eckhardt durch beherzten Einsatz ein Foulspiel des Gegners erzwang. Doch dass es nicht unser Tag war, zeigte sich, als Darius, der einzige Spiele mit Mut, den Ball an den Pfosten setzte. So verlor man schließlich gegen Lambersart mit 0:1. 

Der zweite Tag konnte nur besser werden. Und er wurde es auch. Nach dem Frühstück um 7 Uhr ging es direkt im Anschluss zum Stade. Hier stand uns in der zweiten Partie des Tages Marcq En Baroueil gegenüber. Früh im Spiel gingen wir durch Leon Eckhardt in Führung, völlig verdient angesichts des großen Willen hier vielleicht noch in die Runde bis Platz 5 einzuziehen. Eine Schrecksekunde galt es allerdings noch zu überstehen. Ein unglücklicher Zweikampf im riesigen Strafraum ließ einen Gegner über den Ball rutschen, der Schiri zeigte auf den Punkt. Doch Philipp ließ sich nicht beirren und parierte großartig. Der erste Sieg war also eingefahren.
Im letzten Gruppenspiel gegen den SCO Roubaix hätten wir einen Sieg benötigt um doch noch Gruppenvierter zu werden. Spannung, Kampf, Leidenschaft - das waren heut die Schlüssel zur Konkurrenzfähigkeit. Zwar trennte man sich von der berühmten Radsportstadt nach Chancen auf beiden Seiten torlos, konnte jedoch allemal mit der Leistung zufrieden sein.
So konnten wir jetzt maximal Platz 9 erreichen. Und diesen holten wir uns letzendlich auch. In der Vorschlussrunde gelang es uns unglaublicherweise zwar kein Tor gegen Seclin III zu erzielen, obwohl fast jeder mindestens einmal auf gegnerische Gehäuse feuerte. Zu allem Überfluss wurde ein Strafstoß gegen uns ausgesprochen. Diesmal verhinderte Reik den Torjubel des FCS. Und auch im Neunmeterschießen wussten die kleinen Einheimischen nicht den Ball zu versenken. Für uns trafen Darius, Leon und Tim.
Im letzten Turnierspiel trafen wir erneut auf Marcq En Baroeul. Ungünstigerweise kam unser vorheriger Gruppengegner durch einen direkten Freistoß und einem weiteren Distanzschuss zu einer 2:0-Führung. Doch durch eine riesige Energieleistung konnten Leon Eckhardt und Sebastian Schröder noch vor Ultimo ausgleichen und ein weiteres Neunmeterschießen erzwingen. Hier scheiterte Leon zwar, doch Tim, Darius und Arthur holten zusammen mit Philipp, der auch hier drei Schüsse parierte, die Kohlen aus dem Feuer.
Es sei dazu bemerkt das sämtliche Entscheidungsspiele die Mannschaften aus unserer Gruppe gewannen. Die Schlussfolgerung kann jeder selber ziehen.

Fazit: Sicher ist der Ausgang nach dem Verlauf des ersten Tag nicht besonders berauschend, jedoch hatte man zu der schweren Gruppe auch einen schweren Auftakt, was man vorher so nicht wissen konnte. Dennoch war es für alle Beteiligten ein riesen Erlebnis. Die Gastfreundschaft der Secliner war und ist unschlagbar. Mit viel Herz und Mühe wurde uns quasi jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Die perfekt gepflegte Anlage tat ihr Übriges zu einem insgesamt wunderschönem Ausflug ins Nord-Pas-de-Calais und die Region Lille.

Danke auch für die Unterstützung der Stadt und des Städtepartnerschaftsvereins ohne die eine solche Fahrt nicht möglich gewesen wäre!!!

Es bedanken sich nemantlich an dieser Stelle: Reik, Philipp, Arthur, Christoph, Valentin, Leon E., Tom, Darius M., Dominik, Sebastian, Justin, Darius F., Tim und Leon M. sowie Katrin, Aziz und Erik