2.Interviewserie beginnt
Hans-Jürgen Häfner, 07.03.2021
Eine zweite Interviewserie, entstanden bei der Befragung unserer Kapitäne, soll unsere Trainer zu Wort kommen lassen. Dabei hatten unsere Kapitäne bis zum letzten Tag 1410 Klicks, ohne bei Facebook zu sein, einen regen Zuspruch.
Da es so viele Anregungen für eine Interviewserie für unsere Trainer gab, ist bestimmt das Interesse an ihren Antworten groß.
11 Fragen an die Trainer des FSV Ilmtal Zottelstedt, los geht es mit unserer ersten und einzigen Trainerin im Verein, die den vielen Männern erst mal was vorlegt- Frauenpower eben.
Wie heißt du, welche Mannschaft trainierst du und seit wann hast du dieses Amt bei uns?
Mein Name ist Josie und ich trainiere die E-Junioren. Ich bin seit 2012 Trainerin, mit kurzer Babypause. Und dieses Baby hat ebenfalls bereits die Töppen an.
Warum hast du dich für ein Traineramt bei uns entschieden und was machst du noch außerhalb unseres Vereins?
Ich bin auf dem Sportplatz groß geworden und meine ganze Familie verbrachte die Wochenenden in Zottelstedt. Irgendwann wollte ich dann auch eine Aufgabe übernehmen. Da ich sehr begeistert von Kindern war und bin, habe ich 2012 die G-Junioren übernommen. Seit 2020 bin ich als Jugendwart im Verein tätig. Neben meinem Traineramt beende ich in diesem Jahr mein Lehramtsstudium für die Grundschule und gehe ansonsten in meiner Rolle als Mama, Hausfrau und Partnerin auf.
Wie hast du dich auf dieses Amt vorbereitet und was gehört deiner Meinung nach noch dazu?
Groß vorbereiten konnte ich mich damals nicht. Wichtig war da einfach Ansprechpartner für die Kinder und Eltern zu sein und den Kleinsten den Spaß an der Bewegung zu vermitteln.
Nicht so bescheiden, deine Übungsleiterausbildung und der Lizenzerwerb war schon mit einem hohen Maß an Zeit verbunden, wieder für deine Jungs.
Bist du selber noch aktiver Fußballer, wie hälst du dich fit und hast du noch andere Hobbys?
Nein, ich bin keine aktive Fußballerin mehr. Fit halte ich mich, indem ich kleine Workouts zu Hause absolviere und mit meiner Familie Radtouren, lange Spaziergänge oder Ähnliches mache.
Warum bist du in unserem Verein und seit wann?
Wie oben schon beschrieben… meine ganze Familie war oder ist im Verein tätig und wenn ich meine Eltern und meinen Bruder am Wochenende sehen wollte, dann musste ich mit auf den Sportplatz. Irgendwann war es mehr als nur ein Verein, wir sind zur Familie geworden und ein Wochenende ohne einander ist kaum vorstellbar.
Was zeichnet nach deiner Meinung einen guten Fußballer aus?
Den Fußballer an sich und einzeln betrachtet sehe ich nicht. Für mich ist es mehr die Rolle des Mannschaftssportlers. Hier ist mir besonders wichtig, dass meine Jungs sich untereinander unterstützen, füreinander da sind, dass jeder für die Mannschaft sein Bestes gibt. Wir als Trainerteam haben vor jedem Spiel einen Leitsatz: „Egal ob Sieg oder Niederlage. – Wenn ihr im Spiel 110% gegeben habt und nach dem Spiel kaputt seid, dann haben wir schon gewonnen.“ Das ist sie eben, die Antwort, die den Fußball begeisterten Vatis am Spielfeldrand nicht so begeistern wird, aber unsere Trainerin damit ihre Jungs.
Über welches für dich prägendes Erlebnis als Trainer könntest du berichten und hast du Vorbilder in dem Amt?
Ein ganz besonderes Ereignis für mich war der Weggang eines Spielers. Diesen habe ich trainiert, seitdem er 4 Jahre alt war. Wir hatten eine besondere Verbindung. Als er dann im letzten Jahr zum FC Carl Zeiss Jena ging, übergab er mir ein Geschenk. Dieses Geschenk bestand aus einer Fotobox mit gemeinsamen Fußballmomenten auf Bildern. In der Mitte dieser Box befand sich ein Schlüsselanhänger mit der Aufschrift: „A great Coach is hard to find and impossible to forget“. Dies war für mich einer der schönsten und emotionalsten Momente meiner Trainerlaufbahn.
Welches Ziel hast du mit deiner Mannschaft noch für diese Saison?
In dieser Saison haben wir viele neue Spieler dazubekommen. Das größte Ziel für mich ist dabei immer, dass diese genauso gut integriert werden, wie die Jungs, die schon seit vielen Jahren zusammen in einer Mannschaft spielen. Gerade nach Corona wird ein großes Ziel sein, dass wir alle wieder motivieren können zurück auf den Platz zu kommen. Wir sind aktuell Tabellenführer in der KOL. Diesen Platz wollen wir sehr gern halten und trotz der verkürzten Saison Meister werden.
Die Kapitäne fanden die Idee eines großen Trainingslagers für den Verein sehr gut und würden auch helfen. Was hälst du davon und wie könntest du dich einbringen?
Das Trainingslager ist die Idee vieler, die bereits im Januar geboren wurde. Ich freue mich riesig, dass die Kapitäne sich alle positiv dafür ausgesprochen haben. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dies gemeinsam auf die Beine stellen könnten. Die Organisation und auch die Durchführung würde ich mir annehmen und freue mich auf die Unterstützung alles Trainer und Kapitäne.
Was würdest du im Verein noch besser machen?
Ich würde mich teilweise über eine bessere Kommunikation freuen. Mehr Wertschätzung der einzelnen Leistungen, auch wenn sie nur sehr klein sind. Wir sind ein unglaublich toller Verein und teilweise viel mehr als nur ein Verein. Wir sollten auch in dieser schwierigen und besonderen Zeit versuchen das Miteinander an erste Stelle zu setzen und etwas Positives aus Allem zu ziehen. Was wir unbedingt benötigen, ist ein neues Sportlerheim. Wir spielen mit fast allen Juniorenmannschaften und der ersten Männermannschaft in der KOL und das auf ansehnlichen Plätzen. Dies sollte sich nun auch in der Ausstattung unseres Vereinsheimes widerspiegeln.
Gute Ansätze, deshalb sollte ja auch die Kommunikationsplattform Homepage wiederbelebt werden und was das Vereinsheim betrifft, so hatte dies schon in der 70- jährigen Vereinsgeschichte Erweiterungsmaßnahmen erfahren. Aber, wir sind jetzt nur Nutzer und nicht mehr der Besitzer, der Vorstand bereitet dazu aber schon etwas vor. Der Ehrenausschuss freut sich immer über Vorschläge zur Würdigung von Leistungen für den Verein.
Was würdest du noch sagen wollen?
Ich bin froh, wenn wir diese Krise gemeinsam überstanden haben und alle zusammen die Wochenenden und Trainingstage wieder auf dem Platz verbringen können. Das Miteinander fehlt nicht nur den Kindern, sondern auch mir als Trainer.
Herzlichen Dank für deine Zeit, diese Fragen zu beantworten und für dein Engagement, unseren Verein mitzugestalten.

