Meine Meinung
Erik Scharf, 19.03.2012
Im Folgenden möchte ich mich zum Spielkommentar zur Landesklasse-Partie der D-Junioren SG Zottelstedt-Einheit Rudolstadt äußern. Zunächst der Spielbericht des Gäste-Trainers:
Gewonnen – mehr auch nicht
Schwierige Platzverhältnisse/Gegner nur auf das Zerstören aus
"Dass es heute nur zu einem eher mäßigen Spiel beim FSV Ilmtal Zottelstedt reichte, hatte sicherlich mehrere Gründe. Zum einen kamen die mittlerweile „platzverwöhnten" Rudolstädter mit der „landwirtschaftlichen Nutzfläche" in Zottelstedt überhaupt nicht zurecht und konnten ihr gutes Kombinationsspiel zu keiner Zeit des Spiels aufziehen. Das in diesem Falle üblicherweise angebrachte Argument, dass beide Teams mit diesen Verhältnissen klarkommen müssen, galt in diesem Match auch nicht: Der Gastgeber versuchte erst gar nicht zu spielen. Das Verschiebespiel im Strafraum, mit der Maßgabe, das Tor so gut wie möglich zu verstellen, hatte wenig mit Fußball zu tun. Das dazu rigorose Herausbolzen des Balles auf die einzige Spitze mit spekulativem Hintergrund, einen der vielen Grashügel zu treffen, um einen Konter zu setzen, machte das Zusehen ebenfalls nicht attraktiver. So versteiften sich die Einheit-Spieler mehr auf das Schießen aus der zweiten Reihe. Die wenigen Versuche entschärfte ein guter Keeper im Ilmtaler Tor. Als Roschlaub dann mit einem Gewaltakt das 0:1 erzielte, dachte wohl jeder, den Bann gebrochen zu haben. Weit gefehlt: Ein Konter, bei dem der „heimstarke" Schiri das Halten am Trikot an unserem Abwehrspieler nicht auffiel, führte zum 1:1 Ausgleich. Selbiger war Grund 2 für ein schwaches Spiel, bei dem der Unparteiische mit seinen Entscheidungen für viel Unruhe bei den Gästen, egal ob Trainer oder Fans, sorgte. Kompliment an die Mannschaft, die sich hiervon nicht aus der Ruhe bringen ließ und noch vor der Pause die Tore 2 und 3 erzielte. Nach der Pause führte ein Doppelschlag zur endgültigen Entscheidung. Leider ließ man heute durch viel zu viele individuelle Fehler ein besseres Ergebnis liegen. Das 1:6, bei dem ein schneller Lukas den mitgelaufenen Matiss mustergültig bediente, war einer der wenigen Höhepunkte des Spiels. Fazit: Ein Spiel, das man trotz der Platzverhältnisse mit Einsatz und Kampf führte und so auch erst einmal gewinnen muss. Aber auch gerade wegen der Widrigkeiten muss man in der Lage sein, Dribbling, Pässe und Ballannahmen konzentrierter ausführen zu können. Das Lob der gegnerischen Trainer an ihr Team, super gespielt zu haben, hat ergebnistechnisch sicherlich einigen Wert, muss aber kritisch hinterfragt werden. In der Landesklasse zu spielen, nur um zu „Zerstören" hat mit Spielkultur wenig zu tun. Die Jungs sind im Gegensatz zur hohen Hinspielniederlage heute keinen Deut weiter gekommen. Für die Einheit, die mit diesem Ergebnis, den dritten Platz in der Liga festigte, geht es am kommenden Sonntag auf „edlem" Geläuf gegen Schott Jena."
Sven Bresemann (Einheit Rudolstadt)
Das sage ich dazu:
Werter Sportfreund Bresemann,
wenn sich sieben Nachwuchsmannschaften und drei Herrenmannschaften mit zwei Trainingsplätzen in den Wintermonaten begnügen müssen, kann es durchaus vorkommen, dass der Rasen alsbald kein wirklicher mehr ist. Dass zusätzlich noch Punktspiele stattfinden ist sicher kein weiterer Vorteil. Und wenn zusätzlich, und so ist es auf dem Dorf nun mal, örtlich gehaltene Tiere den Platz bevölkern, dann kann durchaus "eine landwirtschaftliche Nutzfläche" entstehen. Wir hätten auch nichts gegen Roll- oder wie bei Euch vorhanden Kunstrasen, auf welchem man wunderbar spielen und trainieren kann. So bitten wir um Entschuldigung, dass unser Dorf dies den feinen Fußballern nicht bieten kann.
Zum eigentlichen Spielkommentar: Wenn der Gegner individuell, sowie spieltechnisch um Längen vorraus ist, und das ist nicht nur bei Euch der Fall, lässt man doch freilich seine eigene Mannschaft nicht ins offene Messer laufen. Dann ist jeder gewonnene Zweikampf, jeder abgewehrte Angriff des Gegners ein kleines Erfolgserlebnis für Kinder, die in schöner Regelmäßigkeit hohe Niederlagen verkraften müssen. Dieses Faktes waren wir uns allerdings bewusst, wenn man mit dem jüngeren Jahrgang aus dem Kreis hochgeht. Und wenn man trotzdem beim Stand von 1:3, 1:6 oder 0:18 immer noch um jeden Grashalm (und wie Sie wissen gibt es bei uns davon nicht mehr viele) fightet, dann darf man seine eigenen Spieler durchaus loben. So gesehen war es für uns ein Spiel, in dem es hauptsächlich um Abwehrarbeit ging. Dies haben unsere Kinder gut umgesetzt (wie man ja auch an der Eigenkritik am Team ablesen kann). Auch dafür sahen wir uns gezwungen, den Jungs ein Lob auszusprechen. Was wären wir nur für Trainer, würden wir auch noch meckern, dass wir keine Kombination über fünf Stationen hinbekommen haben. Nebenbei gesagt, waren die beiden eingesetzten Sturmspitzen aufgrund von Spielermangel zum Einen ein umfunktionierter Torhüter, zum Anderen ein Kind, dass erst seit einem halben jahr bei uns richtig Fußball spielt. Ich frage lieber nicht nach, wie lange Sie ihre Jahrgangsmannschaft schon betreuen. Daher rate ich Ihnen auch, Entwicklungen in anderen Vereinen und Mannschaften denjenigen zu überlassen, die sie ein ganzes Jahr lang betreut.
Als letztes möchte ich noch anfügen, dass der angesetzte Schiedsrichter vor dem Spiel den Jungs sein Verhalten bei Meckern über seine Entscheidungen erläutert hat. Wenn sich nur eine Mannschaft daran hält, ist es nicht unser Verschulden. Abgesehen davon ist der Schiedsrichter die letzte Ausrede für ein schlechtes Spiel. Wir haben uns über unser Ehrentor gefreut. Genauso geärgert haben wir uns, als das zweite Tor von Euch erzielt wurde, als ein Spieler unserseits verletzt am Boden lag. Die Überzahl habt ihr dann aber prima ausgespielt. Respekt dafür, dass ihr das Spiel danach locker gewonnen habt. Ihr hättet sicher auch höher gewinnen können, ich bin nicht sicher, ob das Auslassen einer Reihe von Großchancen nun am Platz oder am Schiri lag.
Ich wünsche Ihnen, Herr Bresemann, viel Erfolg für die restliche Spielzeit und viel Spaß auf den nun "edlen" Sportplätzen. Dort können sie bestimmt bald wieder ganz viele Tore schießen.
Im Übrigen: Der Platz bei Schott ist tatsächlich wunderbar. Unsere C-Jugend war neulich dort und hat wunderschönen Fußball gespielt.
Erik Scharf Jugendwart
Quelle:http://www.einheit-rudolstadt.de/index.php?option=com_content&view=article&id=21

